Events im September: unsere Recaps

Auch im September war die DIO bei zahlreichen Veranstaltungen vor Ort – nicht nur, um aktuelle Entwicklungen rund um Daten, KI und digitale Souveränität mitzunehmen, sondern vor allem, um unser Netzwerk weiter auszubauen. Im Austausch mit Unternehmen, Forschung, öffentlicher Verwaltung und Technologieanbieter haben wir neue Kontakte geknüpft, bestehende Partnerschaften vertieft und relevante Themen und Akteur für unsere Mitglieder identifiziert. Die wichtigsten Eindrücke und Impulse haben wir hier zusammengefasst. 

08.09. | Digital Public Summit Austria (LSZ), Haus der Ingenieure Wien 

Der Summit ist der jährliche Treffpunkt der IT- und Digitalisierungsverantwortlichen des öffentlichen Sektors. Die Ausgangslage brachte ein Satz aus den Diskussionen auf den Punkt: Die Verwaltung soll mit gleichbleibenden Strukturen und weniger Personal immer mehr Aufgaben bewältigen. Dazu kommen zusätzliche Vorschriften und steigende Erwartungen der Bürger:innen.

Entsprechend stand KI klar im Vordergrund. Gezeigt wurden Praxisbeispiele, in denen KI schon heute Mitarbeitende entlastet: beim Erstellen von Sitzungsprotokollen, bei Förderanträgen und bei der Bearbeitung von Bürgeranfragen. Das Panel „Agentic AI vs. Human in the Loop“ diskutierte, wie weit KI Verwaltungsprozesse eigenständig steuern kann und wo rechtliche, ethische und organisatorische Grenzen liegen. Mit dabei waren unter anderem Florian Tursky und Brigitte Lutz, vormals Data Governance Koordinatorin der Stadt Wien. Das Bundeskanzleramt stellte GovGPT vor, das seit Juli 2026 auf der souveränen KI-Infrastruktur des Bundesrechenzentrums läuft, sodass Verwaltungsdaten den österreichischen Hoheitsbereich nicht verlassen. 

Hintergrund: KI in der österreichischen Bundesverwaltung 

Die Dachinitiative Public AI wurde im März 2026 gestartet und bündelt alle KI-Vorhaben des Bundes auf einer gemeinsamen, souveränen Infrastruktur des BRZ. Dazu zählen GovGPT (KI-Assistent für Bundesbedienstete, Rollout seit Juli 2026, Zielgruppe rund 180.000 Mitarbeiter:innen), KI im ELAK (Assistenz direkt im elektronischen Akt, umgesetzt von BRZ und Fabasoft) und ida, der KI-Chatbot für Bürger:innen auf oesterreich.gv.at und in der ID-Austria-App, der ausschließlich auf verifizierte Portalinhalte zugreift. In Vorbereitung sind unter anderem KI-Unterstützung für parlamentarische Anfragen sowie agentische KI als nächste Phase. Anfang September wurde Public AI beim 25. eGovernment-Wettbewerb in Berlin mit dem ersten Platz ausgezeichnet. 

08.09. | Buchpräsentation „Homo Universus“ von Matthias Strolz, Thalia Mariahilfer Straße 

Das neue Buch des NEOS-Gründers ist seit 17. August im Handel. Ausgangspunkt sind die großen Krisen unserer Zeit, darunter Klimawandel, technologische Disruption und gesellschaftliche Polarisierung. Strolz geht dabei der Frage nach, was es heute bedeutet, Mensch zu sein. Die Errungenschaften von Aufklärung, Wissenschaft und Vernunft bleiben für ihn unverzichtbar, reichen aber allein nicht aus, um die Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Er plädiert deshalb für eine Art „zweite Aufklärung“, die mit systemischem Denken arbeitet und den Menschen als Teil größerer Zusammenhänge begreift. Der „Homo Universus“ steht für mehr Bewusstheit, Verbundenheit und Reife, und das Buch fragt, wie individuelle Entwicklung und gesellschaftliche Verantwortung zusammenspielen können. 

Die Verbindung zum Datenthema liegt in einer Kernthese des Buches: Die technische Macht ist schneller gewachsen als unsere innere Reife, und genau diese Lücke ist zum Risikofaktor geworden. Passend dazu bietet die Buch-Website eine KI-gestützte Auseinandersetzung mit den Ideen des Buches an. 

09.09. | FFG Forum 2026 & Gala, MuseumsQuartier Wien 

Über 1.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Forschung diskutierten, welche Schlüsseltechnologien für Österreich und Europa entscheidend sind und wie daraus Anwendungen, Unternehmen und Wertschöpfung entstehen. Im Fokus standen KI, Quanten- und Weltraumtechnologien sowie Spin-offs, Zugang zu Kapital und internationale Märkte. 

Der Tenor des Tages: mehr investieren, um mehr Output zu erzielen, und über Kooperation gemeinsam weiterkommen. Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer betonte, dass Österreich über Know-how und Innovation punktet und Forschung und Wirtschaft im Rahmen der Industriestrategie enger zusammengeführt werden sollen. Innovationsminister Hanke verwies auf die Schlüsseltechnologieoffensive, die dort ansetzt, wo Österreich bereits stark ist oder international an die Spitze kommen kann. In den Gesprächen wurde zudem deutlich: Österreich und Europa haben viele starke Produkte und kreative Köpfe. Damit Start-ups hier bleiben und wachsen können, muss die EU selbst verstärkt als erste Investorin und erste Abnehmerin auftreten.  

10.09. | Technology Talks Austria (AIT), MuseumsQuartier Wien 

Unter dem Leitthema „Empowering Europe: Technological Leadership for a Resilient Future“ eröffneten Bundesminister Peter Hanke, AIT-Geschäftsführerin Brigitte Bach, AIT Scientific Director Andreas Kugi und IV-Präsident Georg Knill die zweitägige Konferenz. Laut Veranstaltern kamen mehr als 1.000 Teilnehmende und 140 Speaker:innen zusammen. 

Technologische Souveränität wurde dabei nicht als Abschottung verstanden, sondern als Fähigkeit, bei kritischen Technologien selbstbestimmt entscheiden und handeln zu können. Als zentrales Ergebnis wurde mehr Tempo gefordert: Der Engpass liegt häufig im Transfer in marktfähige Technologien, in der Skalierung und in langwierigen Genehmigungsprozessen. Europa müsse nicht überall führend sein, solle aber dort kritische Masse aufbauen, wo ein belastbarer industrieller und wissenschaftlicher Unterbau vorhanden ist. Die nächste Ausgabe findet am 9. und 10. September 2027 statt. 

21.09. | Austrian Data Business Day (Controller Institut), Hyatt Regency Vienna 

Unter dem Motto „Trustworthy Data. Sovereign AI. Real Value.“ ging es um Datenqualität, AI Governance, digitale Souveränität und den messbaren Nutzen von Daten und KI. Die fachliche Leitung lag bei Susanne Zach (EY Österreich) und unserem DIO-Präsidenten Günther Tschabuschnig, die rund 130 Fach- und Führungskräfte begrüßten. Im Panel mit Doris Lippert (VÖSI), Isolde Pfneiszl (AGRANA) und Jan Labanc (Stadt Wien) stand unter anderem die Frage im Mittelpunkt, warum viele KI-Initiativen den Schritt vom Pilotprojekt zur unternehmensweiten Skalierung nicht schaffen. Weitere Sessions widmeten sich dem Spannungsfeld zwischen Datensouveränität und KI sowie digital souveränen KI-Systemen auf Open-Source-Basis. Nächster Termin: 4. Oktober 2027. 

22.–23.09. | Forum Spital 2026: Digitalisierung & KI (imh), Hotel Savoyen Vienna 

Beim Forum Spital stand die digitale Transformation des Gesundheitswesens im Mittelpunkt. Besonders relevant für die DIO waren der European Health Data Space (EHDS), der Umgang mit Gesundheitsdaten sowie die Frage, welche Datenbasis es braucht, damit KI-Anwendungen sicher und skalierbar im klinischen Alltag eingesetzt werden können. Praxisbeispiele reichten von digitaler Pathologie und KI-gestützter Patientenkommunikation bis zu Hospital@Home und automatisierten Prozessen im Krankenhaus. 

Unser DIO-Präsident Günther Tschabuschnig diskutierte im CIO-Talk gemeinsam mit IT-Verantwortlichen aus österreichischen Gesundheitseinrichtungen über KI-Potenziale, EHDS und die notwendige Systemtransformation. Im Fokus standen dabei unter anderem die Skalierung von KI-Use-Cases, Interoperabilität und Data Governance sowie die Herausforderung, Digitalisierung trotz Legacy-Systemen, knapper Ressourcen und notwendigem Change-Management voranzutreiben. 

23.09. | CIO Exchange „Digitale Souveränität“, Palais Coburg 

Auf Einladung von Posedio trafen sich CIOs zur Frage, wie Unternehmen bei Daten, KI und Infrastruktur die Entscheidungshoheit behalten. Eröffnet wurde der Abend von Dr. Alexander Loisel (LSZ) und Hannes Bösch (Posedio). Keynote-Speaker Jon „maddog“ Hall schlug vor, jede Technologie an drei Kriterien zu messen: welches Recht gilt, wem sie gehört und welche Lieferkette dahintersteht. 

Die folgenden Vorträge wurden konkret. Norbert Amlacher (andréewitch & partner) argumentierte, dass das anwendbare Recht schwerer wiegt als der Serverstandort und der Ausstieg aus einer Lösung von Beginn an mitgeplant werden sollte. Damjan Gjurovski (Posedio) zeigte anhand von Praxisbeispielen, was Vendor Lock-in kostet und warum sich Unabhängigkeit wirtschaftlich rechnet. Martin Karanitsch (OeNB) ordnete das Thema europäisch ein und gab Einblick in den Open-Source-Einsatz der Nationalbank. Thomas Wenth (Wolfgang Denzel Auto AG) stellte die unternehmenseigene Open-Source-Plattform für Analytics und KI vor, mit der Denzel die Abhängigkeit von US- und chinesischen Hyperscalern reduziert. 

Unser Fazit aus dem September 

So unterschiedlich die Formate waren, ein Thema zog sich durch fast alle Veranstaltungen: digitale Souveränität. Verstanden wurde sie dabei nicht als Abschottung, sondern als Fähigkeit, bei Daten, KI und Infrastruktur selbst entscheiden zu können, ob in der Bundesverwaltung, in Unternehmen oder auf europäischer Ebene. Gleichzeitig ist die Diskussion konkreter geworden.  

Statt der Frage, ob KI eingesetzt wird, stehen nun die Umsetzung, die Skalierung über Pilotprojekte hinaus und die dafür nötige Datenqualität im Mittelpunkt. Mehrfach wurde auch betont, dass Europa bei Tempo, Kapital und Kooperation zulegen muss, damit Innovationen hier entstehen und hier bleiben. Und nicht zuletzt hat der September gezeigt, dass Technologie allein nicht reicht: Es braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, Kompetenzen aufbauen und Veränderung gestalten. Genau hier sehen wir als DIO unsere Rolle, und wir nehmen die Impulse mit in unsere Arbeitsgruppen und Formate für die kommenden Monate. 

Für uns als DIO sind solche Veranstaltungen deshalb nicht nur wichtige Impulsgeber. Sie sind vor allem eine Gelegenheit, unser Netzwerk über Branchen hinweg weiter auszubauen, neue Kontakte und Perspektiven für unsere Mitglieder mitzunehmen und Akteur zusammenzubringen, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Diese Kontakte und Erkenntnisse fließen direkt in unsere Arbeitsgruppen, Community-Aktivitäten und kommenden Formate ein. 

Sei Teil davon – vernetze dich mit der DIO Community und gestalte die Datenwirtschaft von morgen mit.

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