Daten gehören zu den wichtigsten strategischen Ressourcen unserer Zeit. Damit aus ihnen echte Innovation entsteht, braucht es funktionierende Daten-Service-Ökosysteme: Netzwerke aus Plattformen, Services, Technologien und Akteur:innen, die Daten sicher austauschen, verarbeiten und nutzen.
Die DIO hat gemeinsam mit dem Know Center die Technologie-Roadmap Daten-Service-Ökosysteme erarbeitet. Auftraggeber waren die FFG und das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie. Die Studie baut auf der Roadmap „Conquering Data in Austria“ aus 2014 auf und zeigt, wie sich Datenökosysteme in Österreich bis 2035 weiterentwickeln sollen.
So ist die Roadmap entstanden
Von September bis November 2024 lief eine Online-Umfrage unter Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentlicher Verwaltung. Von 249 Teilnehmenden haben 111 den Fragebogen vollständig ausgefüllt. Die Ergebnisse wurden anschließend in vier Workshops in Wien, Graz, Innsbruck und online mit Stakeholder:innen diskutiert und ergänzt.
Die wichtigsten Erkenntnisse
- Die größten Hürden: Datenqualität, die Integration von Daten aus verschiedenen Quellen und gesetzliche Anforderungen. Datenschutz und Datensicherheit bleiben zentral, besonders wenn Daten über Organisationsgrenzen hinweg geteilt werden.
- Daten teilen, aber einfach: Der Austausch läuft meist über E-Mail oder Cloud-Lösungen, spezialisierte Plattformen spielen eine geringe Rolle. Forschungs- und Produktdaten werden eher geteilt, Betriebs- und Finanzdaten nur zögerlich.
- Die Trends: 87 % der Befragten sehen KI und Machine Learning als wichtigsten Trend, gefolgt von Datenvisualisierung (63 %) und Big Data (58 %). 52 % halten Data Spaces und 53 % End-to-End-Verschlüsselung für entscheidend für die Zukunft des Data-Sharing.
- Der blinde Fleck: Viele Organisationen schätzen sich als durchschnittlich gut vorbereitet ein. In den Workshops sorgte das für Überraschung: Fehlendes Fachwissen wird oft gar nicht erkannt.
- Was Österreich gut kann: viel Technologie-Know-how, Rechtssicherheit, digitale Verwaltung und stabile, vertrauensvolle Partnerschaften.
Die Empfehlungen
Die Roadmap schlägt Maßnahmen in drei Bereichen vor, die bis 2035 parallel umgesetzt werden sollen:
- Forschung, Technologie und Innovation: einheitliche Metadaten- und Datenqualitätsstandards, ein Assessment-Framework für Datenqualität und der gezielte Einsatz von KI in der Datenverarbeitung.
- Wirtschaft: eine öffentliche Dateninfrastruktur als Basis für nationale Datenräume, eigene Förderprogramme für Data-Space-Initiativen und gezielte Unterstützung für KMU.
- Organisation: nationale sektorale Data Spaces mit Anbindung an europäische Datenräume, Interoperabilitäts-Hubs, ein nationales Data Space Support Office, ein Data Maturity Assessment und ein Think Tank aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Unser Fazit
Die Technologie ist zu einem großen Teil schon da. Entscheidend ist jetzt, sie in die Umsetzung zu bringen, mit konkreten Use Cases, gemeinsamen Standards und einer engen Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand. Als DIO wollen wir genau dazu beitragen.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die sich in Umfrage und Workshops eingebracht haben!





