Mobilitätsdaten und ihre Verwendung

Am 18. März 2025 fand das von der DIO organisierte Webinar „Mobilitätsdaten und ihre Verwendung“ statt. Die teilnehmenden Expert:innen gaben Einblicke in aktuelle Projekte und Entwicklungen.

Better Mobility Trendreport 2025

DI Lina Mosshammer, Managing Director bei POINT&, präsentierte den kürzlich erschienenen Trendreport Better Mobility. Der Bericht bietet Einblicke in die Zukunft der Mobilität mit Fokus auf Zugänglichkeit, Leistbarkeit, Sicherheit und Nachhaltigkeit. Er zeigt: Ohne auf die Zielgruppe zugeschnittene Fragen bleiben Mobilitätslösungen oft unvollständig. Daraus entstehen Angebote, die viele Menschen gar nicht erreichen. Ein Drittel aller analysierten Mobilitätsunternehmen erheben keine demografischen Daten– und ignorieren somit wichtige Marktlücken. Zielgruppen wie pflegende Angehörige, Menschen mit Behinderungen und Senior:innen werden oft übersehen. Das Fazit der Studie: Wer Vielfalt und Integration in der Mobilität berücksichtigt, wird sie künftig erfolgreich gestalten können.

Daten sagen mehr als 1000 Worte

Dr. Michael Cik, Mitbegründer und Chief Scientific Officer der Invenium Data Insights GmbH, stellte in seinem Vortrag „Daten sagen mehr als 1000 Worte“ die Möglichkeiten der Mobilitätsanalyse mit anonymisierten Mobilfunkdaten vor. Durch die Auswertung von täglich 3,2 Millionen Geräten im A1-Netz können genaue Bewegungsmuster erfasst und analysiert werden. Im Vergleich zu herkömmlichen Methoden bietet Invenium tagesaktuelle Daten für schnelle Entscheidungen und flexible Analysen durch anpassbare Faktoren. Anwendungsbereiche sind z. B. Standort- und Eventanalysen zur Messung von Besucherströmen, Tourismus oder Infrastrukturverbesserung.

Nationaler Mobilitätsdatenraum

Mag. Damaris Anna Gruber, Team Leader Managing Mobility Data der AustriaTech, gab einen detaillierten Überblick über den nationalen Mobilitätsdatenraum. Sie erläuterte die schrittweise Anbindung bestehender Ökosysteme und den geplanten Österreichischen Mobilitätsdatenraum (ÖMDR), der derzeit vom BMK geprüft wird. Besonderes Augenmerk legte sie den Austrian National Access Point, einen Katalog, der für das gesamte Verkehrsnetz in Österreich fungiert.

Ein digitales Portfolio für mobilitätsrelevanten Daten

Univ.-Prof. DDr. Arno Scharl, Geschäftsführer von webLyzard technology, stellte das Projekt KI.Mobilität (KI.M) vor: Im Rahmen des Projekts wurde eine Plattform entwickelt, die zur Datenerhebung auf Behörden-Webseiten zurückgreift. Der Fokus liegt auf der intelligenten Visualisierung von mobilitätsrelevanten Informationen. Mithilfe Filterfunktionen können Nutzer:innen die Daten nach verschiedenen Kategorien wie Bundesländern, Verkehrsmitteln oder Organisationen sortieren. Ab 2025 sind auch Mobilfunkdaten in die Plattform integriert. Besonders spannend ist die Vorhersagefunktion, mit der z. B. Auslastungsspitzen bei Mobilfunkmasten oder Großereignisse prognostiziert werden können. Eine praktische Anwendung wäre z. B. die Vorhersage von Fahrplanänderungen, bei denen das System vorausschauend informiert.

KI-basierte Optimierung für nachhaltige Mobilität

Lyndon Nixon, CTO von Modul Tech, stellte das Projekt AI-CENTIVE vor. Unter Nutzung der ummadum-App sollen die nachhaltigsten und umweltfreundlichsten Optionen als Alternative zum privaten Pkw gefördert und sich so den Herausforderungen im Mobilitätsverhalten von Bürger:innen gestellt werden. Die App motiviert Nutzer:innen, ihre Aktivitäten hochzuladen, und belohnt sie für umweltfreundliches Verhalten. Interessant: Während bei anderen ähnlichen Projekten oft die Datenmenge über eine längere Zeitdauer entscheidend ist („je mehr Daten, desto besser“), sei es hier nicht immer der Fall, da beispielsweise Radausflüge oder Wanderungen sehr wetter- und jahreszeitenabhängig seien. Für App-Benachrichtigungen, die auf KI-Prognosen basieren, seien zu direkte Meldungen wie „Wir wissen, wo du morgen Nachmittag sein wirst“ nicht geeignet. Stattdessen würden allgemeinere Formate verwendet. Seit Anfang März läuft bereits die zweite Phase des Projekts.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen und Zuschauer:innen für diesen spannenden Dienstagvormittag. Wir freuen uns auf weitere Austauschmöglichkeiten!

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