Beim diesjährigen LSZ Data Business Forum am 15. April in Wien drehte sich alles um die Frage, wie Unternehmen aus der Datenflut tatsächlich strategischen Mehrwert ziehen – und welche Voraussetzungen dafür heute geschaffen werden müssen. Datenarchitektur, Governance, KI-Readiness, Data-Driven Culture und digitale Souveränität bildeten den roten Faden durch einen dicht gepackten Konferenztag.
Den Auftakt machte Thomas Pisar mit seiner Keynote zum Spannungsfeld zwischen KI, Komplexität und Unternehmenskultur. In der anschließenden Paneldiskussion mit Vertreter:innen von UniCredit Bank Austria, Wien Energie, Energie Steiermark und Neuroth wurde deutlich: Governance ist keine Bremse, sondern Voraussetzung dafür, dass Daten- und KI-Initiativen skalieren können.
Im Lauf des Tages zog sich ein klares Motiv durch die Beiträge: Ohne saubere Datenbasis keine tragfähige KI – und ohne Menschen, die mit Daten arbeiten wollen und können, keine echte Wertschöpfung. Mario Meir-Huber brachte es mit seinem Vortrag zu Data Products auf den Punkt, Jürgen Altenriederer (CANCOM) lieferte das passende Pendant aus der Projektrealität. Ergänzt wurde das Bild durch Praxiseinblicke von ORF, Raiffeisen Bank International und der Mediengruppe Wiener Zeitung, die in einer Live-Demo mit Xinity den Weg zu souveräner KI-Infrastruktur zeigte.
Christoph Edelbrunner (DIO – Data Intelligence Offensive) griff in seiner Keynote „Wir reden von KI – aber unsere Daten stecken in Silos“ einen zentralen Punkt auf: Souveräne Datenökosysteme als strategische Grundlage, um Daten organisations-, branchen- und länderübergreifend nutzbar zu machen, ohne die Kontrolle abzugeben. Klare Governance, definierte Zugriffsrechte und digitale Souveränität als Voraussetzung für skalierbare datengetriebene Geschäftsmodelle und vertrauenswürdige KI.
Parallele Breakout-Sessions boten Raum für interaktiven Austausch zu Use-Case-Priorisierung, Data Governance, Compliance Checks und der psychologischen Seite von Datenstrategien. Andreas Windisch schloss den Tag mit einem Ausblick auf die nächste Welle der Data Science.
Was bleibt: Datenqualität, Governance und Souveränität sind keine Fleißaufgaben mehr, sondern entscheiden darüber, ob KI-Initiativen Wirkung entfalten oder im Pilotstatus stecken bleiben. Das Forum hat gezeigt, dass österreichische Unternehmen hier längst an konkreten Lösungen arbeiten – und voneinander lernen wollen. Wir haben es selbst in der Hand, wie wir unsere digitale Zukunft gestalten und ob wir durch eine gelebte Data-Driven Culture Teil der digitalen Wertschöpfung sein werden.





